Webvideo – mehr als YouTube

Ilona Aziz

Lange galt YouTube im Webvideo-Segment als absoluter Monopolist. Doch es hat sich – vor allem in den letzten Monaten – einiges getan. YouTube scheint nicht mehr alleine an der Spitze zu stehen: Verschiedene Anwendungen haben das Potenzial von Video erkannt und sich schließlich in diese Richtung – relativ erfolgreich – geöffnet.  Auch Unternehmen und Organisationen sollten sich umsehen und im Hinblick auf die eigene Bewegtbild-Strategie überlegen, welche Möglichkeiten es über YouTube hinaus gibt.

Hier ein kurzer Überblick über einige Alternativen:

Facebook

Durch die neue Facebook Regulation Ende 2014 wurde die Sichtbarkeit von YouTube Videos drastisch eingeschränkt. Facebook setzt nun – statt auf die Einbindung von YouTube Videos – intensiver auf die eigene Video-Funktion. Die Zahlen belegen, dass es sich dabei um einen  Schritt in die richtige Richtung handelte: Facebook gibt an über 3 Milliarden Video-Aufrufe pro Tag zu zählen und überholt damit YouTube.

Twitter

Ende Januar 2015 macht Twitter die eigene Video-Funktion bekannt mit der nun Videos in der App direkt aufgezeichnet und auf Twitter geteilt werden können. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten Videos nur über eine Verlinkung eingebunden werden. Die Videos sind dabei auf maximal 30 Sekunden eingeschränkt.

Twitter bewirbt die neue Funktion selbstverständlich auch mit einem eigenen Video:

 

 

Vine

Die 2012 von Twitter übernommene mobile Anwendung Vine hat sich von Anfang an auf Video konzentriert. Dabei geht es darum sehr kurze Clips (max sechs Sekunden) zu erstellen und zu veröffentlichen. Viele Videos sind hierbei mit in der Stop-Motion-Technik angefertigt und außerordentlich kreativ. Insgesamt zählt Vine 40 Millionen Nutzer; die Mehrzahl der Nutzer gehen wohl  aus der USA hervor. In Deutschland hat die Anwendung bisher noch nicht ganz so großen Anklang erhalten.

 

Instagram

Der zu Facebook gehörende mobile Dienst Instagram – ursprünglich eine reine Foto-Anwendung – hat bereits Mitte 2013 die Video-Funktion lanciert. Angelehnt an Vine wurde hier das Konzept der Microvideos eingeführt: den Nutzern ist es möglich fünfzehn-sekündige Clips aufzuzeichnen und hochzuladen. Mit über 150 Millionen Nutzern und einer relativ hohen Bekanntheit in Deutschland, ist Instagram ein ernstzunehmender Kanal für Video.

 

Snapchat

Die mobile Messaging-Anwendung Snapchat ermöglicht das Versenden von Fotos und Videos, die nur eine bestimmte Anzahl an Sekunden sichtbar sind. Snapchat verzeichnet mittlerweile über 100 Millionen Nutzer. Mit dem neuen Feature Discover führt Snapchat seit Januar 2015 redaktionelle Inhalte ein. Dabei handelt es sich um Kanäle großer Medien-Produktionen wie National Geographic, Vice, Yahoo, People, Daily Mail, Cosmopolitian oder CNN die Text, Bild und auch Video Inhalte beisteuern.

Snapchat bewirbt Discover mit diesem Video:

Wie sich SnapChats Discover in Zukunft noch entwickeln wird bleibt abzuwarten. In erster Linie macht sich Snapchat damit vor allem bei Anzeigenkunden beliebt, die nun zwischen dem Programm werben können.

Unternehmen und Organisationen sollten sich gut überlegen welche Möglichkeiten es über YouTube hinaus gibt. Das mittlerweile seit zehn Jahren bestehende Portal beeindruckt zwar mit Statistiken wie „über eine Milliarde Nutzer“; allerdings verdeutlichen Zahlen wie „300 Stunden Videomaterial, welches pro Stunde auf YouTube hochgeladen wird“ die Masse an konkurrierendem Material. Es stellt sich die Frage, was getan werden muss, damit die eigenen Inhalte in dieser Masse wahrgenommen werden können. Mit Sicherheit bieten neue Ausspiel-Kanäle dabei auch neue Optionen und Chancen in der eigenen Bewegtbild-Strategie.

 

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